Wird ein junger Mensch stark vernachlässigt, mißhandelt oder tyrannisiert, entscheidet er unter Umständen, daß es die anderen sind, die nicht OK sind. Geschieht das, übernimmt er die Lebensanschauung Nr. 2: Ich bin OK - Du bist nicht OK. Im allgemeinen hat ihm dann zumindest ein Elternteil diese Grundeinstellung vorgelebt. Die meisten Menschen z.B., die Kinder mißhandeln, wurden selbst mißhandelt, als sie klein waren. Diese Lebensanschauung wird auch als paranoide Grundhaltung bezeichnet, weil Leute mit dieser Einstellung oft extrem mißtrauisch und voller Vorwürfe und Haß sind. Sie leugnen u. U. jegliche persönliche Schwierigkeiten, fühlen sich immer reingelegt und reagieren dementsprechend ärgerlich oder frustriert. Das Motto, nach dem sich Ihr Verhalten richtet, heißt "Zum Teufel damit".
Die Lebensanschauung Nr. 3 ist die depressive Grundposition, die in unserer Gesellschaft am weitesten verbreitet ist. Das Kind kann sich entscheiden, nicht OK zu sein, wenn seine Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Menschen mit dieser Grundeinstellung halten sich oft für dumm, minderwertig, häßlich oder unzulänglich. Depression, Schuldgefühle und/oder Mißtrauen anderen gegenüber können auch dazugehören. Solche Menschen haben große Schwierigkeiten, Komplimente anzunehmen. Ihr Gesamtverhalten steht unter dem Motto "Nichts wie weg".
Die Lebensanschauung Nr. 4: Ich bin nicht OK - Du bist nicht OK haben solche Menschen, die als Kinder ganz besonders unglücklich waren. Deshalb haben sie sich entschieden, daß weder sie selbst noch andere Menschen so wichtig und wertvoll sind, daß sich die Mühe lohnt. Das ist eine Einstellung, mit der alles sinnlos wird. Leute, die sie haben, enden oft in Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten oder im Leichenschauhaus. Sie leben nach dem Motto: "Es ist doch alles sinnlos". "
Michael Brown / Stan Woollams / Kristyn Huige, "Abriss der Transaktionsanalyse", 1983 - hier
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