Am Dienstag traf ich auf dem Weg zur Uni Fräulein Z. und das Mädchen, welches das Manifest gegen mich geschrieben hat, zum ersten Mal seither.
Sie liefen mir entgegen und haben mich sicherlich gesehen. Die eine schaute weg, während die andere etwas in ihrer Tasche suchte.
Ich erinnere mich daran, dass das Mädchen mit dem Manifest darin schrieb, dass sie mich grüßen werde. Außerdem warf sie mir vor, mich mit einem der Mädchen aus unserer früheren Gruppe nicht zu versöhnen, das wäre kindisch. Es gab allerdings nicht direkt Streit; das Mädchen hatte gesagt, dass es mich einfach nicht mag, also ließ ich es dabei, ich will ja niemanden zwingen...
Und mal wieder habe ich den Eindruck, dass ich mit einem anderen Maßstab gemessen werde: Was ich tue, ist nie genug, und das kommunizieren mir Leute, die sich doch nach ihren eigenen Maßstäben noch schlechter verhalten...
(So etwas dachte ich auch schon vor ein paar Wochen wegen etwas anderem. Aber eigentlich denke ich das schon länger. Elende Welt!)
Am Mittwoch traf ich vor der Uni ein Mädchen, das mich nach dem Weg zur U-Bahn frug. Ich zögerte, ich wollte auch dahin, aber sie mitzunehmen bedeutete ja, sich möglicherweise unangenehmem Schweigen auszusetzen. Aber was soll's, ich sagte, sie könne mitgehen, und ich unterhielt mich mit ihr; es war zwar nicht sonderlich gehaltvoll, aber wir schwiegen uns nicht an, und ich dachte, ich kann sowas! Ha.
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